Bildaufbau

Ich sehe sehr Oft Bilder die sehr unüberdacht fotografiert wirken. "Oh dort, etwas interessantes. Ich fotografiere es mal". Und dann wird die Kamera einfach genau in die Richtung gehalten und ab gedrückt. Was dabei raus kommt sind oft der beliebte "mittige Horizont", die "mittige Sonne" oder auch ganz gerne mal das "mitte Blümchen". Wenn man nur ein paar Regeln kennt und beherzigt, lassen sich hier schnell fesselndere Bilder erhalten. Man muss nur vorher seinen Kopf einschalten und nicht wild drauf los knipsen.

Der goldene Schnitt

Der goldene Schnitt ist in der Malerei schon seit sehr langer Zeit bekannt. Er gilt als ein besonders harmonischer Schnitt und wird gerne angewand. Er besagt, dass das Verhältniss der längeren zur kürzeren Teilstrecke genauso ist wie das Verhältniss der Gesammtstrecke zur längeren Teilstrecke. Oder aber etwa 1 : 1,62. Über den Daumen ist es einfach nur wichtig Motive nicht genau in die Mitte, sondern um rund ein Drittel aus der Mitte herraus zu setzen. Dies bewirkt ein spannenderes Bild, der Blick kann wandern. Und auf die letzte Kommastelle misst das sowieso niemand nach, die Wirkung ist das was zählt. Also einfach mal versuchen das Motiv auf eine der Schnittpunkte zu setzen. Als Faustregel gillt ebenfalls, dass das Motiv auf der Linken Seite als eher dynamisch und bewegt wahr genommen wird, und die rechte Seite eher Statik und Ruhe verkörpert.

Die Drittelregel

Der goldene Schnitt


Diagonalen und Linien

Manchmal kann es Wunder bewirken einfach mal Diagonalen oder geschwungene Linien ins Bild zu bauen. Diese führen den Blick durchs Bild und sollten möglichst zum Motive leiten. Wenn wir unser Motiv um ca. 1/3 aus der Bildmitte rücken haben wir sowieso auf wenigstens einer Seite noch sehr viel Platz, welcher irgendwie ansprechend gefüllt werden sollte. Es ist jedoch nicht immer leicht entsprechende Linien zu finden und ansprechend ein zu bauen. Oft und gerne benutz sind hier kleine Flüsse, Baumstämme, Wege oder auch Zweige und Halme von Pflanzen die sich gerade im Vorder- oder Hintergrund befinden.


Der Anschnitt

Ein Motiv muss nicht immer sauber abgebildet und vollkommen im Bild platziert sein. Ein Mutiger Anschnitt des Motives zeigt oft mehr Details und kann auch so interessanter sein als die Totale. Hier heißt es wieder Kreativ und vor allem mutig sein.


Regeln brechen

Wie das mit vielen Dingen ist: Wer die Regeln kennt kann sie auch brechen. Und in der fotografie sollte er sie auch brechen. Ein symmetrisches Motiv (ich denke an Insekten und Blüten, auch einige Landschaften) kann sehr gut wirken wenn es genau in die mitte des Bildes gesetzt wird. Gerade wenn sich sonnst eine große Leere ohne Linien oder Diagonalen links und rechts ergeben würde. Speigelungen auf einer Wasseroberfläche können, wenn sie richtig in Szene gesetzt werden, auch für einen mittigen Horizont sprechen.

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