Tropfen

Eine kleine Beschäftigung für ungemütliche Tage kann die High- Speed Fotografie von Wasser sein. Man benötigt gar nicht so viele Dinge dafür, neben einer Kamera und einem Makroobjektiv auf einem Stativ ist ein entfesselter (also sich nicht auf der Kamera befindlicher) Blitz quasi unverzichtbar.

Nun stellt man sich ein Gefäß bereit, bis über den Rand mit Wasser gefüllt (eine flache Schale darunter ist wichtig, es wird ständig Wasser überlaufen). Ist das Gefäß klar (Glas, Plastedose) so wird das Wasser ebenfalls farblos sein. Durch ein eingefärbtes Glas kann man dem Wasser eine Farbe verleihen (wenn man nicht gleich eine eingefärbte Flüssigkeit benutzt).

Darüber eine kleine Plastiktüte voll Wasser hängen. Durch ein kleines Loch (Nadel) kann dann kontinuierlich Wasser in das Gefäß tropfen. Ich habe mir ein Spritzgesteck organisiert, das tropft dann nur wenn ich auch wirklich will.

Nun kann man sich Gedanken um den Hintergrund machen. Eine einfarbige Fläche lässt den Betrachter aufs wesentliche achten, wird aber auf Dauer auch eintönig. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt. Ein Tipp: wenn man wie in meinem Fall ein Logo als Hintergrund benutzt, so ist erscheint dieses durch Lichtbrechung (Stichwort Schärfentiefe bei „Weitwinkel“) im Tropfen. Es ist aber wichtig das Logo auf den Kopf zu stellen, also um 180° zu rotieren. Nur so erscheint es im Tropfen aufrecht und seitenrichtig.

Jetzt muss die der Fokus einmal eingestellt werden (manuell!) und es folgen ein paar Aufnahmen für die Belichtung. Die Belichtungszeit ist hier uninteressant, am besten aber die kürzeste Blitzsynchronzeit (abh. von der Kamera) damit möglichst wenig Umgebungslicht mit ins Bild kommt. Der Tropfen wird jedoch trotzdem scharf, weil der Blitz als einzige Lichtquelle in einer extrem kurzen Zeit (1/2000 bis 1/8000 s) abbrennt und so den Tropfen „einfriert“. Die Belichtung wird ausschließlich über Blende und ISO gesteuert.

Ja und dann geht es los, wenn der Tropfen fällt: Auslöser durchdrücken! Und das ein paar hundert mal. Es werden sich trotz der großen Anzahl der Aufnahmen kaum 2 Stück finden welche genau gleich sind. Man kommt einfach durch die Menge zum Erfolg.

So, das ist im Grunde die „Grundversion“ für Einsteiger. Eine kurze Recherche im Internet zeigt, dass zu dem Thema enormer Aufwand getrieben wird. Lichtschranken, elektronisch angesteuerte Pumpen, Mehrtropfenverfahren mit unterschiedlich gefärbten und unterschiedlich viskosen Flüsigkeiten (also viele Tropfen in einem Bild synchronisiert) sind nur der Anfang. Aber nicht entmutigen lassen, es macht trotzdem Spaß die Formenvielfalt zu bestaunen!

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