Sterne Fotografieren

In dieser klaren Sommernacht einfach mal nur auf den Boden liegen und die Sterne bestaunen. Wie hell und stark sie doch funkeln. Diese Szene in einem Bild einzufangen, das wäre es doch. Vielleicht hat der eine oder andere von euch auch schon einmal seine Kamera in den Himmel gehalten und versucht diese Stimmung zu transportieren. Und wer sich zu diesem Artikel hier verirrt hat ist vermutlich nicht so ganz zufrieden mit seinen Ergebnissen.

Startrails am Embassament...

vorüberlegungen

Wenn wir die Sterne fotografieren wollen, müssen wir sie auch gut sehen können. Ein wolkenfreier Tag mit möglichst klarer Luft und guter Sicht ist also Grundvoraussetzung. Etwas Wind stört eigentlich nicht, solange das Stativ stabil steht und man dick genug angezogen ist. Auf einen Berg zu klettern ist immer eine gute Idee, weil sich dann weniger Atmosphäre zwischen Kamera und Sternen befindet. Denn auch wenn die Luft noch so klar ist gibt es durch Staub und Feuchtigkeit immer kleine Störungen im Bild.
Der zweitwichtigste Faktor neben dem Wetter ist die Mondphase bzw. Mondaufgangs- und Untergangszeiten. In der Mehrheit der Fälle ungünstig ist es den Mond im Bild zu haben (Ausnahmen bestätigen die Regel), da er um Weiten heller als die Sterne ist. Je weiter die Mondphase Richtung Vollmond vorangeschritten ist, desto heller (bläulicher) ist auch der Himmel und die Landschaft. Bei Vollmond ist der Himmel so hell, dass man die schwächsten Sterne gar nicht mehr erkennen kann. Deshalb würde ich nicht empfehlen in einer Nacht mit mehr als 80% Mondsichtbarkeit vor die Tür zu gehen. Oder aber man macht die Aufnahmen vor Mondaufgang bzw. nach Monduntergang. Der Mond muss auch nicht immer schlecht sein, so "gießt" er doch Licht in die Landschaft. Es ist nur wichtig ihn in Maßen zu dosieren.
Ein anderer Umstand, der einem das Bild verderben kann, ist die Lichtverschmutzung. Unsere Städte sind die ganze Nacht hell erleuchtet und strahlen Unmengen an Licht ab. Oft ist der orangene Lichtkegel über einem Ort schon mit dem bloßen Auge zu erkennen. Spätestens wenn ihr die Kamera auf eine Lange Verschlusszeit einstellt werdet ihr Lichtverschmutzungen im Bild erkennen, die mit bloßem Auge gar nicht sichtbar sind. Die Goldene Regel: so weit von (größeren) Ortschaften weg wie nur möglich! Auch hilft ein Blick in die Landkarte bei der Bildkomposition: liegt ein Ort in meinem Sichtfeld? Günstig ist es einen Berg, Baum oder Wald zwischen sich und der Lichtquelle zu haben, der dann den Großteil des Lichtkegels verdeckt. In bestimmten Fällen kann aber auch eine von einer Stadt angestrahlte Wolkendecke einen interessanten Bildeindruck ergeben.
Schließlich hat auch die Jahreszeit einen Einfluss auf das Bildergebnis. Und ich meine nicht unbedingt rauschärmere Bilder durch kühlere Sensor- Temperaturen im Winter, sondern die Sternenkonstellationen und die Dämmerung. Im Sommer sind die Tage bekanntlich lang und die Nächte kurz. Dieser Umstand bedingt leider auch, dass es nachts nicht mehr so richtig dunkel wird. Ähnlich eine Vollmondnacht schwebt ein blauer Schleier am ganzen Himmel, wir befinden uns in der sogenannten nautischen Dämmerungsphase. Erst in der Astronomischen Dämmerung, wenn wirklich das letzte bisschen Restlicht verschwindet, kann man richtig schöne Sternen- Aufnahmen machen. In unseren Breiten ist daher von Mitte Mai bis Mitte Juli saure-Gurken-Zeit, je weiter nördlich man kommt desto länger wird diese Phase entsprechend. Ein zweiter Gesichtspunkt ist die Sichtbarkeit der hellen Bereiche der Milchstraße. Im Frühjahr und Herbst ist sie in unseren Breiten besonders gut sichtbar. Wenn es im Sommer bei uns nachts nicht so hell sein würde, wäre das der perfekte Zeitpunkt um die Milchstraße zu fotografieren. Wer es einrichten kann reist also zu dieser Jahreszeit weiter in den Süden und kann hier fantastische Aufnahmen machen. Im Winter befindet sich die Sonne zwischen der Erde und dem hellsten Bereich der Milchstraße, daher sehen wir nachts so gut wie gar nichts von ihr.

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Dänische Wiek, Greifswald

Kommentare  

 
#1 Gabi 2013-11-30 10:49
Hi Sven,

wir einige Monaten hatten wir mal wegen der Startrail aufnahmen gemailt.
Ich habe jetzt ein Programm gefunden, welches diese Lücken wegrechnet!!
http://www.markus-enzweiler.de/StarStaX/StarStaX.html#usage

Damit schafft man es wunderbar die Lücken rauszurechnen und man kann auch die Einzelbilder für das Startrail Movie speichern lassen.
In der Naturfoto Spezial Landschaftsfoto grafie war auch ein Text darüber. Da steht, wie man es genau mit den Ebenen machen kann. Hilft Dir vielleicht bei Deinem Skript?
liebe Grüße

Gabi
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