Sterne Fotografieren

sternenhimmel

Unser vorhaben Steht also unter einem günstigen Stern. Wetter und Mondphase passen, wir sind an einem entlegenen Ort und sogar die Milchstraße ist bereits zu sehen. Jedoch einfach nur in den Himmel zu fotografieren ist etwas plump, wir brauchen eine gute Idee für einen Bildaufbau. Hierbei gilt es die selben Regeln wie auch am Tage. Besonders gut eignet sich ein freistehender Baum oder ein Haus. Wenn die Komposition klar ist und die Kamera sich auf einem stabilen Stativ befindet, kann es los gehen. Als ersten Anhaltspunkt für die Belichtungszeit gilt es die folgende Faustregel zu beachten (+ Beispiel):

Belichtungszeit in s = 600 / (Brennweite * Cropfaktor)
600 / (20 mm * 1,5) = 20 s

Die 600 ist eine empirisch ermittelte Zahl und lässt sich nicht ableiten. Die Logik findet sich dann darin wieder, dass man bei längerer Brennweite kürzer belichten muss damit die Sterne nicht schmieren (so wie man mit 300 mm aus der Hand kürzer belichten muss als mit 50 mm, um nicht zu verwackeln). Diese Formel ist nur eine erste Idee, je nach gewähltem Himmelsausschnitt kann sie noch angepasst werden. Denn nicht alle Sterne bewegen sich gleich schnell. Die Sterne bewegen sich um den Polarstern (übrigens gegen den Uhrzeigersinn) und je schneller desto weiter sie von diesem entfernt sind. Sie haben zwar alle die gleiche Winkelgeschwindigkeit, aber je nach Abstand Ihrer Kreisbahn vom Drehpunkt ( = Polarstern) eine unterschiedliche Bahngeschwindigkeit. Fotografieren wir nach Süden kurz über den Horizont, dann haben wir die schnellsten Sterne im Bild. Nach Norden gesehen, die Sterne unmittelbar um den Nordstern herum, sind sehr träge und bewegen sich auch bei langer Belichtung nur wenig.
Wenn wir die maximal mögliche Belichtungszeit kennen sollten wir diese auch unbedingt ausnutzen und fest einstellen. Um die Belichtung des Bildes anzupassen bleiben uns schließlich noch die Blende des Objektives und die ISO- Einstellung. Hier heißt es dann also etwas rumprobieren. In der Regel werden wir bei Offenblende anfangen, ein ISO zwischen 800 und 1600 macht zu Beginn ebenfalls Sinn. Übrigens ist es nicht besonders schlau einen Filter zu benutzen, denn jeder Filter schluckt Licht und davon haben wir nur sehr wenig zur Verfügung!
Wer den Weißabgleich gerne an der Kamera einstellt ist mit ca. 3000 bis 4000 K gut beraten. Dieser niedrige Wert kommt durch die allgegenwärtige Lichtverschmutzung zustande, welche es zu kompensieren gilt. Sollten wir wirklich freien Blick ohne Städte haben, kann dieser Wert natürlich noch angepasst werden. Ein leichter Blau- Stich im Himmel unterstreicht meiner Meinung nach die Kälte der Nacht und lässt das Bild besser wirken.
Jetzt nur noch an die Spiegelvorauslösung denken und schon ist das Bild im Kasten! Vielleicht können wir mit einer Taschenlampe noch ganz dezent den Vordergrund aufhellen? Die spätere Nachbearbeitung am PC erfolgt wie gewohnt aus nur einem Bild.

Schalense, bei wolgast
Am Dreilindengurnd, Wolga...
am Lago Pujol, l'Albufera...
Sterne am Embalse de Lori...

Kommentare  

 
#1 Gabi 2013-11-30 10:49
Hi Sven,

wir einige Monaten hatten wir mal wegen der Startrail aufnahmen gemailt.
Ich habe jetzt ein Programm gefunden, welches diese Lücken wegrechnet!!
http://www.markus-enzweiler.de/StarStaX/StarStaX.html#usage

Damit schafft man es wunderbar die Lücken rauszurechnen und man kann auch die Einzelbilder für das Startrail Movie speichern lassen.
In der Naturfoto Spezial Landschaftsfoto grafie war auch ein Text darüber. Da steht, wie man es genau mit den Ebenen machen kann. Hilft Dir vielleicht bei Deinem Skript?
liebe Grüße

Gabi
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