Lappland 2011

Eindrücke

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Die 14 Tage, die wir im schwedischen Fjell zugebracht haben, waren ohne Frage eine sehr beeindruckende und unvergessliche Zeit. Die Landschaft schwedisch Lapplands, speziell im Sarek Nationalpark, ist einfach unbeschreiblich atemberaubend. Schroffe Berge, felsige Hänge und tiefe, breite Täler die reich an Wasser sind. Dazu kommen die herbstlich warmen Farben der Vegetation (der Herbst dort oben tritt schon ein wenig früher ein als bei uns). Direkt im Sarek waren wir auch weitestgehend alleine, im Schnitt sind wir weniger als 2 Wandergruppen am Tag begegnet. Ein tolles Gefühl.

So beeindruckend das Land war, so frustrierend war das Wetter was es für uns bereit hielt. Wir hatten von 14 Tagen gerade einmal 4 Tage an denen es nicht geregnet hatte. Die ersten 5 Tage der Tour waren die schlimmsten, da es kontinuierlich durch geregnet hatte und wir bis auf die Knochen nass waren. Wir sind also entweder mit nassen Sachen gelaufen (was in Ordnung war, nur durfte man nicht stehen bleiben weil man bei ca. 10 °C und Wind sehr schnell aus kühlte) oder waren in unserem winzigen Zelt gefangen. Die einzige Möglichkeit etwas zu trocknen bestand darin es über Nacht im Schlafsack anzuziehen. Das zehrte an der Motivation und Kraft, wir hatten zwischendurch auch überlegt die Tour abzubrechen bzw. anders zu laufen.

Ebenfalls sehr viel Kraft haben die Wanderungen gekostet. Wir hatten das Gelände wirklich um einiges unterschätzt. Der Meiste Teil unserer knapp 150 km langen Route verlief durch sumpfiges, felsiges, gebüschiges, schlammiges, rutschiges und / oder steiles Gelände. Zwar fanden sich meist immer irgendwelche Pfade (oft von Rentieren, seltener menschlich), die sich allerdings auch schnell wieder irgendwo verloren. Wir kamen also oft nur langsam und sehr Mühsam vorwärts, das Gewicht unserer Rucksäcke von anfangs knapp über 30 kg tat sein übriges.

Ein weiterer Faktor, der von uns unterschätzt wurde, waren die Flüsse. Durch die großen Niederschlagsmengen waren diese relativ hoch an geschwollen und flossen schnell. An wenigstens einem Fluss haben wir wohl etwas mehr als nötig riskiert, mich hätte er fast ausgehebelt. Glücklicherweise gab er sich mit meinem rechten Schuh zufrieden und ließ uns doch passieren.

Wie erwartet kamen wir außerhalb des Sarek Nationalparks, auf dem gut erschlossenen Kungsleden, beträchtlich besser und schneller vorwärts. Der Preis war jedoch, dass wir mehr Wanderern begegnet sind und die schroffe Landschaft einer weiteren und „runderen“ wich. Diese war auf eine andere Art und Weise schön und hatte zudem etwas besseres Wetter für uns vorbereitet.

Den größten Teil des Weges hatten wir eine schlechte bis gar keine Sicht. Wir haben also sicherlich einen beträchtlichen Teil der Aussicht einfach verpasst. Um so schöner war es dann, wenn wir einmal das komplette Tal sehen konnten. An den entscheidenden und uns wichtigen Stellen hatten wir dann aber noch Glück im Unglück, also strahlenden Sonnenschein z.B. am 8. Tag zum „Höhepunkt“ unserer Tour auf dem Skierfe im Ráhpaädno- Delta . Viel mehr schönes Wetter hätten wir wohl sowieso nicht vertragen. Bei Jens waren die Akkus aus und ich habe meine Speicherkarten auch bis auf ca. 200 Bilder voll gehabt (etwa 2600 Bilder Rohmaterial).

Alles in allem also ein Abenteuer, das uns unsere Grenzen aufgezeigt hat. Wir haben sehr viel gelernt und sind beim nächsten mal wohl etwas vorsichtiger bzw. können eher abschätzen worauf wir uns ein lassen. Die gemachten Erfahrungen kann einem ja glücklicherweise niemand mehr nehmen

Meine Packliste:

  • 2 Kamera- Bodys (IR/VIS), 10-20/4-5.6 , 40/2.8 , 100/2.8 , 1.5x Telekonverter , Stativ, Panoadapter, 5x Akkus, 56 GB an SD Karten, Reinigungstücher und -pinsel
  • 1x normale Hose, 1x Softshell Hose, 1x Regen- Überhose, 2x Fleecejacken, 1x Regenjacke, 1x Daunenweste, 1x langarmiges Hemd, 1x Unterfunktoinswäsche lang, 1x T- Shirt, 3x Schlüpper, 4x 1 Paar Socken, Flip- Flops, Trekkingschuhe
  • Isomatte (Schaumstoff), Schlafsack (Daune), Zeltunterlage, 80 l Rucksack
  • Kompass, GPS, 4 Satz R6- Batterien
  • Kamm, Zahnpasta, Bürste, Handtuch, Pflaster, Binden, Wundkompressen, Paracetamol, Muskat (bei Durchfall)
  • Spirituskocher- Set, Teller, Schüssel, Löffel, Messer, Tasse, Handtuch, Schwamm, Messbecher
  • 500 g Eipulver, 1 kg Mehl, 3 Tüten Kartoffelpüree, 500 g Nudeln, ein paar Gewürze, 150 g Zucker, Backpulver, 1x Röstzwiebeln, 250 ml Pflanzenöl
  • 2x Fertig- Milchreis, 4x Pudding, 2x 2 versch. Tomaten Saucen, 1x Waldpilzsuppe, 1x Käsesauce
  • 2,5 kg Nuss- Früchte Mischung auf 10 verteilt für unterwegs
  • gut 1,5 kg Schokolade + Schokoriegel
  • Klopapier, Schaufel, Trekkingstöcker
  • 2 l Spiritus, 2x Feuerzeug, Buch, Stift und Zettel, 2 l Trinksystem
  • Unterm Strich also, mit gefülltem Trinksystem, etwas über 30 kg...

Und wer sich wundert: Jens hatte das Zelt, die Karte, nochmal Klopapier, 1x Couscous, 500 g Nudeln, 2x Brokkoli- Nudel Tüte, selbstgemachte Müsliriegel, ca. 1 kg Milchpulver und Bio- Seife zu buckeln.

Die Bilder zu der Reise finden sich unter galeiren-reise-lappland:

Der Reisebericht und die Bilder von Jens finden sich hier auf den outdoorseiten, klick doch mal rüber!



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