Kalenderlayout- The Linux Way

Zuerst einmal kommt es für mich nicht in Frage bei einem X- beliebigen Foto- Anbieter einen Fotokalender zu bestellen. Für mich hat dies folgende Nachteile:

  • Begrenzte Möglichkeiten für das Bildlayout
  • Auswahl nur aus vordefinierten Kalendarien, keine Kontrolle
  • Der Preis pro Kalender ist unglaublich hoch
  • Ich bestelle keine Einzelstücke sondern in kleinen Auflagen (ca 25 Stck.), daher ist der Pro- Stück Preis überaus wichtig

Der für mich beste Weg ist, das Layout incl. Kalendarium in GIMP genau so anzufertigen wie ich es will, die 13 Bilder in Scribus zusammen zu fügen, nach dem PDF/X-3 Standard als Druckvorstufe zu exportieren und dieses PDF dann zu einer normalen Druckerei zu schicken, welche für Druck, Bindung und Versand verantwortlich ist. Dabei habe ich alle möglichen Freiheiten in der Gestaltung, also einen sehr persönlichen und individuellen Kalender, und das zum Dumpingpreis! Über den Kalender freuen sich dann Familie und Freunde, die aber leider oft ein halbes Jahr auf ihr Geburtstagsgeschenk warten müssen.
(Sorry an der Stelle :) )
Das hört sich ersteinmal viel und kompliziert an, ist es jedoch gar nicht ! Also jetzt von ganz vorne:

Auswahl der Bilder

Das ist jedes Jahr bei weitem der härteste und zeitraubendste Schritt. Bevor ich die Bilder aussuche weiß ich schon ob der Kalender ins Hoch- oder Querformat soll, oder etwa ins Quadrat?. Danach muss ich dann entweder Hoch- oder Querformatige Bilder aussuchen. Außerdem ist es wichtig zu wissen welche Größe der Kalender bekommt. A3 oder A4? In jedem Fall wird mit 300 DPI gedruckt, daher brauche ich für A3 doppelt so große Bilder wie für A4. Einen starken Crop kann ich also von Vorn herein nicht für einen A3- Kalender nehmen, vielleicht aber für das A4- Format? Und dann sollten die Bilder ja etwas zu der Jahreszeit passen, eine gewisse Stimmung befördern. Das ist meist sehr knifflig, und nicht selten ziehe ich ein eigentlich nicht ganz so schönes Bilder einem stärkeren vor, weil einfach seine Stimmung besser passt. Insgesamt ist es einfach sehr sehr schwierig 12 oder gar 13 gute Fotos in einem Jahr zu schießen. In jedem Fall hat man beim durchsehen der Aufnahmen des letzten Jahres ein schönes Resümee der fotografischen Entwicklung.

Layout in GIMP

Die ausgesuchten Bilder müssen alle auf die gleiche Größe skaliert werden, dann können sie als Hintergrundebene für den jeweiligen Monat benutzt werden. Wie groß das Projekt genau werden muss (das Datenformat ist gleich das Endformat + Anschnitt an jeder Seite) gibt die jeweilige Druckerei vor, auf Nachfrage wird sie mit Sicherheit helfen. Ich Habe die Bilder gerne Formatfüllend, nach Geschmack kann man sie aber auch in einen Rahmen setzen oder eine Collage anfertigen. Es sollte jetzt schon klar sein wo das Kalendarium hin soll. Für Anschnitt, Platzierung des Kalendariums usw. ziehe ich mir unbedingt Hilfslinien. Um nicht alles von Hand abschreiben zu müssen gibt es ein tolles kleinen Skript für GIMP namens Calendar. Wie dieses Skript funktioniert wird hier in einem Video demonstriert, so dass ich es nicht noch einmal durchkaue. Wichtig ist nur den Bereich für das Kalendarium inder Auswahl zu haben bevor das Skript aufgerufen wird und natürlich: ausprobieren!
Das Skript kann sehr stark angepasst werden, ist in deutsch und die Optionen meist selbsterklärend. Ich möchte noch sagen, dass ich nicht wie im Video den ganzen Kalender mit einem Mal erstelle sondern Monat für Monat einzeln. Aber das ist natürlich Geschmackssache und muss jeder selber wissen. Wichtig ist nur noch einmal jeden Monat genau zu kontrollieren und anschließend als JPG in möglichst hoher Qualität abspeichern. Deckblatt nicht vergessen :)

Scribus und Druckvorstufe

Da GIMP leider (noch, es wir daran gearbeitet!) kein CMYK- Farbmodell unterstützt müssen wir den Umweg über Scribus gehen. Ist aber halb so wild, wir können so gleich eine grundsolide Druckvorstufe ausgeben. Zunächst wird ein neues Projekt erstellt mit den Angaben der Druckerei, siehe letzter Abschnitt. Dann werden 13 Seiten erstellt, je ein Bildfeld seitenfüllend aufgezogen und die Bilder dort eingefügt. Anschließend wird unter Einstellungen das Farbmanagement überprüft und installiert, ggf. müssen dazu noch wenigstens ein paar Standart- ICC Profile geladen werden (recht gut hier erklärt).
Sobald hier alles in Ordnung ist gehe ich zu den PDF- Einstellungen. Wichtig ist hier, dass ein PDF nach dem PDF/X-3 Standard erstellt werden soll. Dieser Standard wird von den Druckereien gefordert bzw. ist mit keinen Zusatzkosten verbunden, in jedem Fall ist es die eleganteste und farbtreueste Methode. Während dem Export des Projekts wird dieses gleich vom RGB- Farbmodell in das von der Druckerei benötigten CMYK Farbmodell umgerechnet. Das ganze ist nur auswählbar nach dem das Farbmanagement korrekt eingerichtet wurde, Scribus also mindestens über ein CMYK- ICC Profil verfügt (im einfachsten Fall ISO- Coatet). Das fertig ausgegebene PDF hat bei einem A3- Kalender eine Größe von 50 bis 80 MB und kann nun direkt an die Druckerei übergeben werden.

So, war doch gar nicht so schwierig, oder? Naja der Teufel sitzt leider meist im Detail, ich habe beim ersten mal auch ziemlich lange gebraucht um alles zusammen zu lesen. Im 2. Jahr geht es aber um so schneller, und es lohnt sich auf jeden Fall! Falls ihr noch irgendwo vor einem unlösbaren Problem steht könnt ihr mir gerne eine eMail schreiben, vielleicht kann ich helfen?

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