Die Fotografie bestand für mich lange Zeit nur daraus, seinen engsten Kumpel zu schnappen und mit ihm in die Kamera zu grinsen, während der Auslöser kräftig durchgedrückt wurde. So hat es mich geschlagene 19 Jahre nicht im Geringsten gereizt eine Kamera an zu fassen. Meine Ansichten änderten sich jedoch: während einer Abi- Studienfahrt mit anschließender Rucksacktour auf Mallorca musste die alte Digitale Kompaktkamera meiner Eltern mit, ich sollte der Familie zeigen wie es dort aus sieht. Und war es nun aus langer Weile oder weiß der Geier warum - ich fing an mit der Kamera und ihren Einstellungen zu spielen, sprang herum und stierte auf dieses kleine TFT- Display. Das alles machte mir nicht nur eine riesen Freude, nein zu meiner Überraschung sahen einige Bilder sogar gut aus! Irgendwie anders als diese immer gleichen, tot geblitzen Grinseköpfe die ich sonnst immer so zu Gesicht bekam.

Nach dieser Tour machte sich so etwas wie Ehrgeiz in mir breit, es dauerte auch nicht lange bis die erste wirklich eigene Kamera zusammen gespart war. Ich habe mich damit beschäftigt, weshalb das eine Bild als gelungen empfunden wird, und das andere irgendwie weniger. Ich habe viel gelesen, und noch mehr Bilder begutachtet. Dieser Ehrgeiz hält nun bis Heute an, ich lerne immer noch sehr viel und bin eigentlich nie mit meinen Aufnahmen so richtig zufrieden. So steigt auch der Anspruch an meine Bilder mit ihrer Qualität weiter an, ich will vermeiden stehen zu bleiben.

  Der Gebrauch einer Kamera ist ähnlich dem eines Messers: Man kann damit Kartoffeln schälen, aber auch eine Flöte schnitzen.
-Erich Kahlmeyer-
 

 

Nicht zuletzt durch meine naturwissenschaftliche Ausbildung bin ich vor allem der Naturfotografie zugewandt. Wenn ich Menschen fotografieren soll schleichen sich immer wieder schnell diese Bilder der tot geblitzen Grinseköpfe bei mir ein, und ich verliere schnell den Spaß am Fotografieren. Anders ist es jedoch bei Menschen die meiner nächsten Leidenschaft nach gehen: dem Segelsport. Ich segele einfach schon viel zu lange, um den Segelsport fotografisch zu ignorieren.
Ich bin meistens draußen und stark dem herrschendem Wetter ausgesetzt, gerade bei Wassersportarten ist das einfach nach zu vollziehen. Deshalb habe ich mich nach einem kurzem Umweg im Pentax- Lager eingefunden und bin mehr als zufrieden.

Die Optimierung meiner Bilder in der digitalen Dunkelkammer ist für mich ein wesentlicher Arbeitsschritt und der letzte Feinschliff. Auch wenn es manchmal zeitraubend und nervenaufreibend ist, jedes RAW einzeln zu entwickeln, es lohnt sich dennoch!
Auch wenn die Grenzen zwischen dem Fotografem und dem Grafiker immer mehr verschwimmen, muss man hier in meinen Augen eindeutig zwischen bildoptimierenden und „illegalen“ Methoden unterscheiden. Letztere fügen dem Bild neue Elemente hinzu und verfremden die Bildaussage, während die erste Gruppe eine bestehende Wirkung nur verstärkt und unterstreicht. Aber auch diese Einteilung ist nicht immer absolut und scharf abgrenzbar, es wird also wieder Zeit für ein Zitat:

  Schon in der Anfangszeit, als der Fotograf die Belichtungszeit selbst abmaß, als in der Dunkelkammer der Entwickler penibel angemischt wurde, um bestimmte Effekte zu erzielen, da wurde manipuliert. Tatsächlich ist jedes Foto von A bis Z eine Fälschung. Ein völlig sachliches, unmanipuliertes Foto ist praktisch nicht möglich. Letzten Endes bleibt es allein eine Frage von Maß und Können.
-Edward Steichen-
 

 

Ich bearbeite meine Bilder (die im offenen DNG- RAW Format aufgezeichnet werden) mit freier Software. Es kann jeder, ob er nun die Ideologie von Open Source Software teilt oder auch nicht, einfach und kostenfrei meine Arbeitsschritte nachvollziehen. Ich versuche den fotografischen Prozess möglichst transparent zu dokumentieren, nicht nur in Fragen der Nachbearbeitung sondern auch zur Aufnahmesituationen (Freie Wildbahn oder Tierpark?).
Ich freue mich immer über Kritik oder Anregungen, Fragen versuche ich schnell und umfassend zu beantworten.

 

sonnige Grüße aus Wolgast
Sven Lamprecht
(Baujahr 87)

Telefon: 0151 5 48 48 914

wichtige Hardware:

  • Pentax K- System
  • Glas von 10 bis 500 mm
  • Stativ
  • Tarnung
  • Blitzzeug
  • Reflektoren
  • Filter
  • und den andern Quatsch...

wichtige Software:

  • Raw- Konverter: Darktable
  • Rastergrafik: The GIMP
  • Panorama: Hugin
  • Fotoverwaltung: DigiKam
  • Betriebssystem: ArchLinux

 

  In a world without Walls and Fences we need no WINDOWS and GATES  
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